Kapitel 24: Glossar

Glossar Doppelstegplatten

Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe rund um Doppelstegplatten, Profile, Abdichtung, Montage und Pflege. Die Begriffe sind alphabetisch sortiert und führen bei Bedarf zu den passenden Detailkapiteln.

Aufbau einer Doppelstegplatte im Schnitt

A

Acryl

Acryl, genauer Polymethylmethacrylat oder PMMA, ist ein transparenter Kunststoff. Es wirkt sehr klar und hochwertig, ist aber spröder als Polycarbonat.

Praxis: Acryl passt, wenn maximale Lichtdurchlässigkeit und eine glasähnliche Optik im Vordergrund stehen. Bei stark hagelgefährdeten Standorten ist Polycarbonat die robustere Wahl.

Mehr dazu: Polycarbonat und Acryl im Vergleich

Alu-Klebeband

Alu-Klebeband, auch Reinaluminium-Klebeband genannt, ist ein dichtes Klebeband für die obere Stirnseite der Stegplatte. Es schützt die offenen Hohlkammern vor Wassereintritt, Schmutz und Insekten.

Praxis: Oben wird dicht abgeschlossen. Unten kommt ein diffusionsoffener Abschluss zum Einsatz, damit Kondensat ablaufen kann.

Mehr dazu: Doppelstegplatten richtig abdichten

Anti-Dust-Tape

Anti-Dust-Tape ist ein diffusionsoffenes Klebeband für die untere Stirnseite der Stegplatte. Es hält Staub, Pollen und Insekten zurück, lässt Feuchtigkeit (Kondensat) aber nach unten entweichen.

Praxis: Anti-Dust-Tape gehört an die untere Stirnseite. Wird dort ein dichtes Band verwendet, kann Kondensat nicht ablaufen, es kommt zu Staunässe und Algenbildung.

Mehr dazu: Doppelstegplatten richtig abdichten

B

Brandklasse

Die Brandklasse beschreibt das Brandverhalten eines Baustoffs. Bei Stegplatten kann sie je nach Material, Produkt und Einsatzbereich relevant sein.

Praxis: Bei Terrassendächern im privaten Bereich spielt die Brandklasse oft eine untergeordnete Rolle. Bei Grenzbebauung, gewerblicher Nutzung oder besonderen baulichen Vorgaben sollte sie geprüft werden.

Butylband

Butylband ist ein dauerelastisches Dichtband auf Butylkautschuk-Basis. Es wird in manchen Abdichtungssystemen eingesetzt, ist aber nicht automatisch Bestandteil jeder Stegplatten-Montage.

Praxis: Ob Butylband sinnvoll ist, hängt vom gewählten Profil- und Anschluss-System ab. Verwenden Sie nur Dichtmaterialien, die zum System passen.

Mehr dazu: Doppelstegplatten richtig abdichten

D

Dehnfuge

Eine Dehnfuge ist ein eingeplanter Spalt, der die temperaturbedingte Bewegung der Platte aufnimmt. Stegplatten dehnen sich bei Wärme aus und ziehen sich bei Kälte wieder zusammen.

Praxis: Als Orientierung gilt in der Länge etwa 6 mm Bewegung pro Meter Plattenlänge. Wird das Spiel nicht eingeplant, können Spannungen, Geräusche, Verformungen oder Risse entstehen.

Mehr dazu: Wärmeausdehnung und Dehnfugen

Dichtprofil

Ein Dichtprofil ist eine elastische Dichtung im Profil- oder Klemmprofil-System. Häufig bestehen solche Dichtungen aus EPDM.

Praxis: Dichtprofile sollen abdichten, dürfen die Bewegung der Platte aber nicht blockieren. Zusätzliche Dichtmassen im Klemmprofil sind meist nicht sinnvoll.

Mehr dazu: Profile und Klemmprofil-Systeme

Doppelstegplatte

Eine Doppelstegplatte ist eine Hohlkammerplatte mit mindestens zwei Decklagen und Stegen dazwischen. Die Stege verbinden die Decklagen und bilden längs verlaufende Kammern.

Praxis: Doppelstegplatten sind leicht, lichtdurchlässig und stabil und vor allem für hochwertige Bedachungen rund um Haus und Garten geeignet.

Mehr dazu: Aufbau von Doppelstegplatten

Drainage-Bohrung

Drainage-Bohrungen sind kleine Öffnungen im unteren U-Abschlussprofil. Sie ermöglichen, dass Kondensat aus den Kammern nach außen ablaufen kann.

Praxis: Diese Öffnungen müssen frei bleiben. Werden sie durch Silikon, Schmutz oder falsche Montage blockiert, kann sich Feuchtigkeit sammeln.

Mehr dazu: Doppelstegplatten richtig abdichten

E

EPDM

EPDM ist ein elastischer, witterungsbeständiger Kunststoff für Dichtungen und Dichtscheiben. Bei Stegplatten kommt EPDM häufig in Profilen oder unter Schraubenköpfen zum Einsatz.

Praxis: EPDM-Dichtungen sollen sauber anliegen, aber nicht gequetscht werden. Zu fest angezogene Schrauben können Dichtungen verformen.

Mehr dazu: Doppelstegplatten montieren

F

Flächengewicht

Das Flächengewicht gibt an, wie schwer eine Platte pro Quadratmeter ist. Es wird meist in kg/m² angegeben.

Praxis: Das Eigengewicht der Platte ist nur ein Teil der Planung. Für die Unterkonstruktion zählen auch Schnee, Wind, Spannweite und Befestigungssystem.

Mehr dazu: Schneelast, Windlast und Statik

H

Hohlkammer

Hohlkammern sind die längs verlaufenden Luftkammern zwischen den Stegen einer Stegplatte. Sie reduzieren das Gewicht und verbessern die Dämmwirkung.

Praxis: Die Kammern dürfen nicht dauerhaft offen bleiben. Die Stirnseiten werden oben dicht und unten diffusionsoffen abgeschlossen.

Mehr dazu: Aufbau von Doppelstegplatten

Hochtourige Handkreissäge

Eine hochtourige Handkreissäge ist eine Säge mit hoher Drehzahl und geeignetem, feinzahnigem Sägeblatt. Sie wird verwendet, um Stegplatten sauber zu schneiden.

Praxis: Entscheidend sind eine ruhige Führung, ein passendes Blatt und die sichere Auflage. Nach dem Zuschnitt die Späne aus den Kammern ausblasen.

Mehr dazu: Stegplatten schneiden und bohren

K

Klemmprofil

Ein Klemmprofil hält die Stegplatte auf der Unterkonstruktion. Die Platte wird dabei im Profil geführt und geklemmt, ohne direkt durch die Plattenfläche verschraubt zu werden.

Praxis: Klemmprofile lassen der Platte Bewegungsspiel. Schrauben sollten kontrolliert angezogen werden, damit Profil und Dichtung sauber arbeiten.

Mehr dazu: Profile und Klemmprofil-Systeme

Kondensat

Kondensat ist Feuchtigkeit, die sich durch Temperaturunterschiede in den Hohlkammern bilden kann. Das kann bei Stegplatten konstruktionsbedingt auftreten.

Praxis: Entscheidend sind die richtige Stegrichtung und ein diffusionsoffener unterer Abschluss. So kann Feuchtigkeit nach unten ablaufen.

Mehr dazu: Typische Montagefehler erkennen und beheben

L

Längsausdehnung

Längsausdehnung bezeichnet die temperaturbedingte Veränderung der Plattenlänge. Bei Wärme wird die Platte länger, bei Kälte wieder kürzer.

Praxis: Planen Sie in der Länge etwa 6 mm Bewegung pro Meter Plattenlänge ein. Bei 4 m Plattenlänge sind das rund 24 mm Gesamtbewegung.

Mehr dazu: Wärmeausdehnung und Dehnfugen

M

Mehrstegplatte

Eine Mehrstegplatte ist eine Hohlkammerplatte mit mehreren Steg- oder Kammerreihen. Sie kommt häufig bei stärkeren Plattenaufbauten vor.

Praxis: Mehrstegplatten können bessere Dämmwerte erreichen als einfache Doppelstegplatten. Sie sind vor allem interessant, wenn Wärmedämmung eine größere Rolle spielt.

Mehr dazu: Plattenstärke und Spannweite richtig wählen

P

Polycarbonat

Polycarbonat, kurz PC, ist ein robuster, transparenter Kunststoff. Er wird häufig für Stegplatten auf Terrassendächern, Carports und Vordächern verwendet.

Praxis: Polycarbonat ist schlagzäh und alltagstauglich. Verwenden Sie nur geeignete Reiniger und Dichtstoffe, damit die Oberfläche nicht geschädigt wird.

Mehr dazu: Polycarbonat und Acryl im Vergleich

Pultdach

Ein Pultdach ist ein einseitig geneigtes Dach. Es hat einen oberen Anschluss und eine tiefer liegende Traufseite.

Praxis: Bei einem Pultdach müssen die Stege in Wasserlaufrichtung verlaufen, also vom oberen Bereich zur Traufe.

Mehr dazu: Gefälle, Entwässerung und Kondensat

S

Schalldämmung

Schalldämmung beschreibt, wie stark ein Bauteil Schall mindert. Bei Stegplatten ist sie abhängig von Plattenaufbau, Stärke und Einbausituation.

Praxis: Stegplatten dämpfen Geräusche, erreichen aber nicht die Werte schwerer massiver Baustoffe. Bei lärmempfindlichen Bereichen sollte die Schalldämmung gezielt geprüft werden.

Schutzfolie

Die Schutzfolie liegt auf der Plattenoberfläche und schützt während Transport, Lagerung, Zuschnitt und Montage vor Kratzern und Verschmutzung. Die bedruckte Folie hilft außerdem, die UV-Seite zu erkennen.

Praxis: Schutzfolie erst nach Abschluss der Arbeiten entfernen. Bei längerer Lagerung regelmäßig prüfen, ob Folie und Lagerbedingungen noch in Ordnung sind.

Mehr dazu: Stegplatten liefern lassen und richtig lagern

Silikon, neutral vernetzend

Neutral vernetzendes Silikon ist ein Dichtstoff, der für bestimmte Anschlüsse an Stegplatten geeignet sein kann. Es unterscheidet sich von säurevernetzenden Silikonen.

Praxis: Für Polycarbonat und Acryl sollten nur geeignete, kunststoffverträgliche Dichtstoffe verwendet werden. Ungeeignete Silikone können die Oberfläche angreifen oder Spannungen begünstigen.

Mehr dazu: Doppelstegplatten richtig abdichten

Sparrenabstand

Der Sparrenabstand beschreibt den Abstand zwischen benachbarten Sparren. Je nach Zusammenhang kann damit das Achsmaß von Sparrenmitte zu Sparrenmitte oder die lichte Weite zwischen den Sparren gemeint sein. Für die Planung von Stegplatten und Profilsystemen ist das benötigte Maß immer genau zu prüfen. Bei vielen Montagesystemen zählt das Achsmaß der Profile oder Sparren. Für Spannweite und Belastung ist dagegen die freie Weite zwischen den Auflagern entscheidend.

Praxis: Bei Standardplatten gilt als Orientierung: Plattenbreite + 25 mm Mitte/Mitte. Bei 980 mm Plattenbreite sind das etwa 1005 mm.

Mehr dazu: Doppelstegplatten montieren

Steg

Der Steg ist die innere Verbindung zwischen den Decklagen einer Stegplatte. Er stabilisiert die Platte und bildet zusammen mit den Decklagen die Hohlkammern.

Praxis: Die Stege müssen in Wasserlaufrichtung verlaufen. So kann Kondensat innerhalb der Kammern nach unten ablaufen.

Mehr dazu: Aufbau von Doppelstegplatten

Stegrichtung

Die Stegrichtung beschreibt die Richtung, in der die Hohlkammern durch die Platte laufen. Bei Dächern muss sie zur Wasserlaufrichtung passen.

Praxis: Bei einem Pultdach verlaufen die Stege vom oberen Dachbereich zur Traufe. Quer verlegte Stege können Feuchtigkeit in den Kammern halten.

Mehr dazu: Typische Montagefehler erkennen und beheben

Stirnseite

Die Stirnseite ist die schmale Plattenkante am oberen und unteren Ende der Stegplatte. Dort sind die Hohlkammern offen sichtbar.

Praxis: Die obere Stirnseite wird dicht mit Alu-Klebeband abgeschlossen. Die untere Stirnseite wird diffusionsoffen mit Anti-Dust-Tape abgeschlossen, damit Kondensat ablaufen kann.

Mehr dazu: Doppelstegplatten richtig abdichten

T

Thermische Trennung

Thermische Trennung bedeutet, dass Bauteile mit unterschiedlichen Temperaturen konstruktiv entkoppelt werden. So lassen sich Wärmebrücken und Kondensatrisiken reduzieren.

Praxis: Der Begriff ist vor allem bei anspruchsvolleren Anschlussdetails, Wintergärten und wärmegedämmten Konstruktionen relevant.

Trittbohle

Eine Trittbohle ist eine stabile Bohle, die das Körpergewicht auf tragende Bauteile verteilt. Sie wird verwendet, wenn auf einem Stegplatten-Dach gearbeitet werden muss.

Praxis: Stegplatten sind nicht als Laufweg gedacht. Die Last muss über geeignete Laufbohlen oder Arbeitsplattformen auf Sparren oder andere tragende Bauteile verteilt werden.

Mehr dazu: Sicheres Arbeiten an Stegplatten-Dächern

U

U-Abschlussprofil

Ein U-Abschlussprofil wird auf die Stirnseite der Stegplatte gesteckt. Es schützt die offene Plattenkante mechanisch und führt den Abschluss sauber aus.

Praxis: Das U-Abschlussprofil ergänzt das Alu-Klebeband und Anti-Dust-Tape, es ist kein Ersatz.

Mehr dazu: Doppelstegplatten richtig abdichten

U-Wert

Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil hindurchgeht. Je niedriger der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.

Praxis: Der U-Wert ist besonders wichtig bei beheizten oder wärmegedämmten Konstruktionen. Für einfache Terrassendächer stehen eher der Lichteinfall sowie Stabilität und Witterungsschutz im Vordergrund.

Mehr dazu: Plattenstärke und Spannweite richtig wählen

UV-Schutzschicht

Die UV-Schutzschicht schützt die Platte vor UV-Strahlung. Sie liegt je nach Produkt einseitig oder beidseitig auf der Platte.

Praxis: Bei einseitigem UV-Schutz muss die geschützte Seite nach außen beziehungsweise nach oben zeigen. Die Markierung befindet sich meist auf der Schutzfolie.

Mehr dazu: Lichtdurchlässigkeit, Farben und UV-Schutz

W

Wandanschlussprofil

Ein Wandanschlussprofil verbindet das Stegplatten-Dach mit der Hauswand. Es schützt den oberen Anschluss vor eindringendem Regenwasser.

Praxis: Der Wandanschluss muss dicht sein und zugleich die Bewegung der Platten berücksichtigen. Eine reine Silikonlösung ohne passendes Profil ist meist keine dauerhafte Lösung.

Mehr dazu: Doppelstegplatten richtig abdichten

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Philip Kullmann, Geschäftsführer von meinbaustoffversand.de

Philip Kullmann

Geschäftsführer und gelernter Tischler · meinbaustoffversand.de

Tischler-Ausbildung · mehr als 13 Jahre Baustoffhandel · eigene Montagepraxis · enger Austausch mit Plattenherstellern.

Zuletzt aktualisiert: 15.05.2026 · Mehr über den Autor

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