Giftige Pflanzen im Garten. Die gefährlichsten Giftpflanzen Europas

Viele beliebte Gartenpflanzen sind giftig. Das ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung. Entscheidend ist, wie toxisch eine Pflanze ist, welche Teile betroffen sind und wie das Gift wirkt. Manche Arten können schon in kleinen Mengen lebensgefährlich sein, andere verursachen nur bei Verzehr größerer Mengen Beschwerden und weitere sollten besser nicht einmal berührt werden, da sie Kontaktgifte absondern.
Gerade im Haus- und Gartenbereich kommt es häufig zu Fehleinschätzungen. Zierpflanzen werden als harmlos wahrgenommen, Beeren als essbar gedeutet und bekannte Pflanzen unterschätzt. Hinzu kommt, dass Giftwirkungen sehr unterschiedlich und zeitversetzt auftreten können – von Schweißausbrüchen über Halluzinationen bis zu Atemlähmungen.
Dieser Ratgeber ordnet das Thema ein. Im Mittelpunkt stehen alltagsrelevante Gewächse. Die Auswahl unterscheidet zwischen
• besonders giftigen Pflanzen,
• Arten mit erhöhtem Risiko für Kinder
• sowie häufig vorkommenden Gartenpflanzen mit giftigen Bestandteilen.
Tipp: Am Ende des Beitrags finden Sie konkrete Hinweise zu Erste-Hilfe-Maßnahmen und zum richtigen Vorgehen bei einem Vergiftungsverdacht. Alles Wesentliche haben wir auch in der Broschüre Wunderschön, aber giftig: Diese 60 Gartenpflanzen haben es in sich! (PDF) für Sie zusammengefasst. Gleich downloaden!
Warum giftig nicht gleich lebensgefährlich bedeutet
Nicht jede giftige Pflanze stellt eine akute Lebensgefahr dar. Der Begriff „giftig“ umfasst sehr unterschiedliche Wirkstärken und Risiken. Entscheidend ist daher, wie stark ein Gift wirkt, in welcher Menge es aufgenommen wird und auf welchem Weg es in den Körper gelangt.
► Manche Gewächse sind so toxisch, dass bereits geringe Mengen schwere Vergiftungen auslösen und das Leben bedrohen können. Dazu zählen Arten, bei denen wenige Blätter oder Samen ausreichen, um das Nervensystem, das Herz oder andere lebenswichtige Organe zu schädigen. Ein bekanntes Beispiel ist die giftige Heckenpflanze Eibe.
► Andere Pflanzen führen erst dann zu Beschwerden, wenn größere Mengen verzehrt werden. Typische Reaktionen sind Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Solche Pflanzen werden im Garten häufig unterschätzt, weil sie weit verbreitet sind oder als klassische Zierpflanzen gelten.
► Bei weiteren Pflanzen ist bereits der bloße Kontakt problematisch. Pflanzensäfte oder feine Härchen können Hautreizungen, Entzündungen oder in Kombination mit Sonnenlicht schmerzhafte Verbrennungen verursachen. Die Gefahr wird oft erst Stunden später erkannt.
► Häufig konzentrieren sich die toxischen Stoffe in Samen, Beeren, Wurzeln oder im Milchsaft, während andere Teile unproblematisch sind. Auch der Reifegrad ist relevant: Unreife Früchte oder junge Pflanzenteile können deutlich giftiger sein als reife.
► Besonders wichtig ist zudem das Körpergewicht: Kinder reagieren meist deutlich empfindlicher auf Problemsubstanzen als Erwachsene. Während diese bei Erwachsenen nur leichte Beschwerden verursachen, können sie bei Kindern ein hohes Risiko für die Gesundheit darstellen.
Eine differenzierte Betrachtung ist daher unerlässlich. Sie hilft dabei, Risiken realistisch einzuschätzen und gefährliche Pflanzen gezielt zu identifizieren, ohne den Garten pauschal als Gefahrenzone wahrzunehmen. Dazu möchten wir mit diesem Artikel einen Beitrag leisten.
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Die 12 gefährlichsten heimischen Giftpflanzen im Garten
Brechnuss, Eibe, Eisenhut, Einbeere, der Gefleckte Schierling, Goldregen, Herbstzeitlose, Ruhmeskrone, Tollkirsche und Wasserschierling zählen zu den gefährlichsten heimischen Giftpflanzen. Sie lösen schwere Vergiftungen aus. Bereits geringe Mengen können eine tödliche Dosis darstellen.
1. Brechnuss (Strychnos nux-vomica)

- Merkmale: Die Pflanze ist asiatischen Ursprungs. Sie fühlt sich in Laubwäldern heimisch. Das exotische Gewächs wächst unter günstigen Bedingungen auch im Garten. Sie erreicht eine Maximalhöhe von 25 Metern. Signifikant sind ihre graue Rinde und die nach außen gewölbten, rundlichen Pflanzenblätter. In ihrer Blütezeit bildet die Brechnuss kleine Blüten, aus denen sich bräunliche Beeren in der Größe eines Tischtennisballs entwickeln.
- Art des Giftes: Strychnin. Insbesondere in den Blättern, Samen und der Rinde stecken hohe Konzentrationen des sehr giftigen Alkaloids.
- Symptome: Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen, Lähmungen im zentralen Nervensystem, Krämpfe im Zwerchfell, Muskelzuckungen und Atemlähmungen, die bis zum Tod führen.
2. Eibe (Taxus baccata)

- Merkmale: Der immergrüne Nadelbaum ist im Gebirge zuhause. Er findet sich aber auch immer häufiger als Zierpflanze in Gärten und Parkanlagen. Auffällig ist der rote Becher, mit welchem die Pflanze ihre Samen schützt. Die Heckenpflanze kann eine Höhe von 10 Metern erreichen.
- Art des Giftes: Fast alle Pflanzenteile – Nadeln, Rinde, Holz und vor allem die Samenkerne – enthalten hochgiftige Taxan-Alkaloide (insbesondere Taxin B). Der Verzehr ist für Menschen und die meisten Tiere lebensgefährlich.
- Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwindel, Krämpfe, Bradykardie (langsamer Puls), Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand, oft ohne vorherige starke Warnsymptome.
3. Einbeere (Paris quadrifolia)

- Merkmale: Ausdauernde, krautige Pflanze, die für ihre charakteristische Wuchsform mit einem Quirl aus meist vier Blättern und einer giftigen, blauschwarzen Beere bekannt ist. Sie erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 cm und bevorzugt feuchte, nährstoffreiche, humose Böden in schattigen Lagen.
- Art des Giftes: Saponine. Sie befinden sich in sämtlichen Pflanzenteilen. Am stärksten ist die Konzentration in den Beeren.
- Symptome: Der Verzehr kann zu Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfen, Durchfall, Kopfschmerzen und Schwindel führen; in schweren Fällen ist eine Atemlähmung möglich. Vergiftungen sind selten, da die Beeren nicht gut schmecken.
4. Eisenhut / Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

- Merkmale: Der Eisenhut wächst natürlicherweise im Gebirge, wird aber auch gerne als Zierpflanze in Staudenbeeten und Bauerngärten genutzt. Die blauen Blüten kommen während der Blütezeit von Juni bis August zur Geltung und erinnern in ihrer Form an kleine Hüte.
- Art des Giftes: Alkaloide in lebensbedrohlichen Mengen. Sämtliche Pflanzenteile sind höchst toxisch, besonders die Wurzelknollen.
- Symptome: Die Pflanze ist extrem giftig, bereits Berührungen führen zu einem brennenden Gefühl, Kribbeln und Taubheit. Jeder Kontakt sollte vermieden werden.
5. Gefleckter Schierling (Conium maculatum)

- Merkmale: Wie der Wasserschierling ist auch der Gefleckte Schierling äußerst gefährlich. Bereits in der Antike nutzte man dessen Gift, um zum Tode Verurteilte hinzurichten. Der Gefleckte Schierling kann bis zu 2 Meter in die Höhe wachsen und verbreitet einen auffallend starken Geruch. Auf Ackerflächen und Schutthalden ist der Schierling ebenso zu finden wie an Wegesrändern und in naturbelassenen Gärten.
- Art des Giftes: Coniin. Das Alkaloid steckt in sämtlichen Teilen der Pflanze. Am giftigsten sind die unreifen Früchte.
- Symptome: Es kommt zu Brechreiz und Muskelkrämpfen. Das Sprach- und Schluckvermögen lassen nach, bis schließlich der Tod durch Atemlähmung eintritt.
6. Goldregen (Laburnum anagyroides)

- Merkmale: Der Goldregen zählt zu den Schmetterlingsblüten und wird bevorzugt in Gärten und Parkanlagen angepflanzt. Die leuchtend gelben Blüten hängen in langen Trauben von der bis zu 5 Meter hohen Pflanze herab. Seine Blütezeit hat der Goldregen zwischen Juni und Juli.
- Art des Giftes: Cytisin. Alle Pflanzenteile enthalten das giftige Alkaloid, besonders aber die Samen in den Hülsenfrüchten.
- Symptome: Ähnlich wie Nikotin wirkt Cytisin auf das ZNS. Symptome umfassen Brennen im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe, Schweißausbrüche, Herzrasen und Schwindel. Bei schweren Vergiftungen kann es zu Krämpfen, Atemlähmung und Herzstillstand kommen. Besonders Kinder sind gefährdet, da die bohnenähnlichen Früchte zum Kosten verleiten.
7. Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

- Merkmale: Die Herbstzeitlose ist genauso schön wie tödlich. Die bis zu 40 cm große Pflanze ist auf feuchten Wiesen ebenso zu finden wie in heimischen Gärten. Ihre volle Pracht entfaltet die Herbstzeitlose im August, wenn sich ihre Blätter in zarten Tönen wie Rose und Violett verfärben. Als nichttoxischer, aromatischer Doppelgänger ist Bärlauch bekannt.
- Art des Giftes: Colchicin. Sämtliche Teile des Gewächses enthalten das hochwirksame Alkaloid, insbesondere Samen und Knolle.
- Symptome: Colchicin ist ein Zellgift, das die Zellteilung hemmt und sehr langsam wirkt. Symptome treten oft erst nach 2 bis 6 Stunden auf und umfassen starkes Erbrechen, blutigen Durchfall, Krämpfe, Schluckbeschwerden, Nierenversagen und Atemlähmung, die oft tödlich endet. Es gibt kein spezifisches Gegengift.
8. Hundspetersilie (Aethusa cynapium)

- Merkmale: Die Hundspetersilie wuchert bevorzugt auf Ackerflächen und Weiden, fühlt sich aber auch im Garten wohl. Sie hat eine starke Ähnlichkeit zu Petersilie und anderen Doldenblütlern. Wuchshöhen bis zu einem Meter sind möglich. Die Pflanze fällt beim Zerreiben durch ihren lauchartigen Geruch auf. Von Juni bis Oktober steht sie in voller Blüte und bildet mehrere weiße Blüten aus. Ihre Blätter sind stark gezackt. Ist die Blütezeit vorbei, zeigen sich grünliche Früchte.
- Art des Giftes: Alle Pflanzenteile enthalten Alkaloide, insbesondere das Aethusin, dessen Wirkung dem des im Schierling enthaltenen Coniin ähnelt.
- Symptome: Die Symptome treten nach 2 bis 6 Stunden auf und umfassen ein Hitzegefühl in Mund und Rachen, Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Krämpfe und Durchfall. In schweren Fällen folgen Schwindel, Sehstörungen, Zittern, Krämpfe und schließlich eine aufsteigende Lähmung, die zum Tod durch Atemstillstand führen kann.
9. Hoher Rittersporn (Delphinium elatum)

- Merkmale: Ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse, die eine Höhe von 1 bis 2 Metern erreicht. Auffällig sind die bläulich gefärbten Blüten. Sie wachsen in langen, dichten Trauben. Ursprünglich in Bergregionen und auf feuchten Wiesen in kühlen bis gemäßigten Zonen Europas und Asiens beheimatet, findet man den Rittersporn heute hauptsächlich als Zierpflanze in Gärten.
- Art des Giftes: Alle Pflanzenteile, insbesondere die Samen und die jungen Triebe, enthalten hochwirksame Alkaloide, vor allem Delphinin.
- Symptome: Brennen im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Krämpfe, starker Speichelfluss, Schwindel, Muskelkrämpfe, Sehstörungen, verlangsamter Puls und schließlich Herzversagen oder Atemlähmung. Bei versehentlichem Verzehr unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten!
10. Ruhmeskrone (Gloriosa superba)

- Merkmale: Die sogenannte Pracht- oder Flammenlilie ist eine spektakuläre, knollenbildende Kletterpflanze aus der Familie der Zeitlosengewächse. Sie erreicht eine Länge von zwei Metern und ist in den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Asiens beheimatet. Wegen ihrer einzigartigen, flammenähnlichen Blüten wird sie als Kübel- und Zierpflanze geschätzt.
- Art des Giftes: Colchicin. Alle Pflanzenteile sind stark giftig, insbesondere die Knollen und Samen.
- Symptome: Colchicin ist ein hochgefährliches Zellgift. Vergiftungen äußern sich durch Brennen und Kratzen im Mund- und Rachenbereich, Schluckbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, blutigen Durchfall und Krämpfe. Tödliche Verläufe sind möglich. Die Symptome ähneln denen einer Vergiftung mit Herbstzeitlosen, die zur selben Familie gehört. Da die Ruhmeskrone für Menschen und Haustiere extrem gefährlich ist, ist bei der Pflege im Garten oder als Zimmerpflanze äußerste Vorsicht geboten.
11. Tollkirsche (Atropa belladonna)

- Merkmale: Ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse, die in Europa, Nordafrika und Westasien heimisch ist. Sie gilt als eine der gefährlichsten Giftpflanzen Mitteleuropas und ist bekannt für ihre halluzinogene Wirkung sowie ihre medizinische Bedeutung. Man findet sie typischerweise an Waldrändern, Lichtungen, in Gebüschen, auf Schuttplätzen oder als Unterwuchs in Buchen- und Eichenwäldern.
- Art des Giftes: Alle Pflanzenteile. Speziell die Wurzeln, Blätter und Beeren enthalten hochwirksame Tropan-Alkaloide, vor allem Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin. Die größte Gefahr geht von den Beeren aus, die leicht mit essbaren Wildfrüchten wie Heidelbeeren oder Kirschen verwechselt werden können.
- Symptome: Die Giftstoffe wirken auf das Nervensystem. Anzeichen können stark erweiterte Pupillen, trockener Mund, Herzrasen, Erregung, Halluzinationen, Verwirrtheit und Krämpfe sein, die bis zur Atemlähmung führen.
12. Wasserschierling (Cicuta virosa)

- Merkmale: Betörend schön und tödlich in seiner Wirkung. Der Wasserschierling wächst bevorzugt auf grünen Wiesen, in Sumpflandschaften oder nahe Gräben. Bei so viel Anpassungsfähigkeit ist der Wasserschierling eine denkbar unkomplizierte Gartenpflanze und mit einer Höhe von bis zu 120 cm kaum zu übersehen. Charakteristisch sind ein dicker, stabiler Pflanzenstock und die zahlreichen kleinen weißen Blüten, die zwischen Juli und September in voller Pracht blühen.
- Art des Giftes: Cicutoxin. Das hochgiftige Polyin steckt in allen Pflanzenbestandteilen. In den Wurzelstöcken kommt es in besonders hoher Konzentration vor. Diese können leicht mit Sellerie, Pastinaken oder Meerrettich verwechselt werden.
- Symptome: Brennen im Mund- und Rachenbereich, Übelkeit, Erbrechen, starker Speichelfluss und Magen-Darm-Krämpfe. Im weiteren Verlauf Erregung, erweiterte Pupillen, Schwindel, Zittern, massive Krampfanfälle (epilepsieähnlich), Herzrasen, Atemlähmung und schließlich Herzstillstand.
Info: Phaseolus vulgaris ist der botanische Name für die Gartenbohne (auch: Grüne Bohne, Schnittbohne). Sie ist weltweit eine wichtige Nutzpflanze aus der Familie der Schmetterlingsblütler, die als Busch- oder Stangenbohne wächst und eine wichtige Proteinquelle darstellt. Roh enthält sie giftige Lektine, die durch Kochen zerstört werden müssen. Die einjährige Pflanze stammt ursprünglich aus Mittelamerika und wurde als „Giftpflanze des Jahres 2026“ gewählt, weil sie roh giftig ist.
12 giftige Pflanzen, die für Kinder eine große Gefahr sind
Nicht alle giftigen Gartenpflanzen sind gleich gefährlich. Bei Kindern entsteht ein erhöhtes Risiko vor allem dort, wo Giftigkeit auf Neugier, Erreichbarkeit und Verwechslungsgefahr trifft. Farbenfrohe Beeren oder auffällige Blüten können dazu führen, dass Pflanzen in den Mund genommen oder berührt werden. Vor allem wenn sie einen süßlichen Geschmack haben.
Hinzu kommt, dass Kinder aufgrund ihres geringeren Körpergewichts deutlich empfindlicher reagieren als Erwachsene. Mengen, die bei Erwachsenen nur leichte Beschwerden verursachen, können bei Kindern schnell zu ernsthaften Vergiftungen führen. Zudem fehlt oft die Erfahrung, zwischen essbaren und giftigen Pflanzen zu unterscheiden.
Die folgenden Pflanzen gelten als besonders relevant für Haushalte mit Kindern. Sie sind entweder weit verbreitet, für Kinder gut erreichbar oder optisch so gestaltet, dass sie leicht mit essbaren Früchten oder harmlosen Pflanzen verwechselt werden.
1. Christrose (Helleborus niger)

※ Die Christrose übt durch ihre großen, weißen Blüten inmitten der winterlich kahlen Natur eine starke visuelle Anziehungskraft auf Kinder aus. Da sie zudem oft als Dekoration in Bodennähe platziert wird, geraten die interessanten Samenkapseln schnell in den Fokus kleiner Entdecker, was das Risiko für ein versehentliches Verschlucken oder neugieriges Probieren erhöht.
✋ Der Pflanzensaft kann zu schmerzhaften Hautreizungen und Blasenbildung führen. Da Kinder sich häufig unbewusst in die Augen fassen oder die Finger in den Mund stecken, werden die hochwirksamen Giftstoffe wie Hellebrin und Protoanemonin leicht auf die Schleimhäute übertragen, was sofortiges Brennen und Schwellungen zur Folge hat.
⚠️ Typisch sind heftiges Erbrechen, Durchfall und starker Speichelfluss. In schweren Fällen, die aufgrund des geringen Körpergewichts bei Kindern schnell erreicht sind, kommen Schwindel, Krämpfe sowie lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen und Atemnot hinzu.
2. Engelstrompete (Brugmansia spp.)

※ Im Fokus stehen die riesigen, hängenden Blüten. Sie wirken wie bunte Glocken und animieren Kleinkinder zum Greifen und Pflücken. Da die Pflanze oft als Kübelpflanze auf Terrassen oder in Gärten steht, sind alle Teile – von den Blüten bis zu den Blättern – für Kinder leicht erreichbar und laden durch ihre weiche Textur zum haptischen Erkunden ein.
✋ Bei Kontakt können die enthaltenen Alkaloide über kleine Hautverletzungen oder die Schleimhäute in den Körper gelangen. Besonders gefährlich ist es, wenn Kinder nach dem Berühren der Pflanze ihre Finger in den Mund stecken oder an den Blüten lutschen, da die Konzentration der Giftstoffe in den Pflanzensäften extrem hoch ist.
⚠️ Eine Vergiftung zeigt sich zunächst durch einen sehr trockenen Mund, Schluckbeschwerden und eine auffällige Weitung der Pupillen. Da die Inhaltsstoffe massiv auf das zentrale Nervensystem wirken, folgen häufig Unruhezustände, Halluzinationen und Herzrasen, was im schlimmsten Fall zu Bewusstlosigkeit und lebensbedrohlicher Atemlähmung führen kann.
3. Fingerhut (Digitalis purpurea)

※ Die auffälligen, glockenförmigen Blüten üben eine starke Faszination auf Kinder aus und laden dazu ein, die Finger hineinzustecken. Die leuchtende Farbe und das gepunktete Muster im Inneren der Blüten wirken wie ein natürliches Spielzeug, was dazu führt, dass Kinder die Pflanze neugierig pflücken oder Pflanzenteile in den Mund nehmen.
✋ Der Kontakt erfolgt meist über die Blätter und Blüten, die bei Berührung giftige Glykoside abgeben können. Besonders kritisch wird es, wenn Kinder die Blätter zerkauen oder versehentlich Wasser aus Vasen trinken, in denen Fingerhut gestanden hat, da die hochkonzentrierten Wirkstoffe über die Schleimhäute extrem schnell in die Blutbahn gelangen.
⚠️ Eine Vergiftung beginnt oft mit Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen. Da die Giftstoffe direkt auf das Herz einwirken, folgen gefährliche Verlangsamungen des Herzschlags und Herzrhythmusstörungen, die bei Kindern bereits nach dem Verzehr kleinster Mengen (etwa zwei Blätter) zu einem tödlichen Herzstillstand führen können.
4. Gewöhnlicher Seidelbast (Daphne mezereum)

※ Problematisch sind die leuchtend roten Beeren, die direkt am Stamm sitzen und für Kinder wie essbare Johannisbeeren oder kleine Kirschen wirken. Da die Pflanze schon im Spätwinter blüht und einen intensiven, angenehmen Duft verströmt, lockt sie neugierige Kinder an und verleitet durch das attraktive Erscheinungsbild der Früchte zum Probieren.
✋ Allein das Berühren der Rinde oder Zerdrücken der Beeren kann zu schweren Entzündungen und Blasenbildung auf der Haut führen. Die enthaltenen Wirkstoffe Mezerein und Daphnetoxin sind extrem aggressiv; gelangen sie über die Hände an die Lippen oder in den Mund, entstehen sofort schmerzhafte Schwellungen und Gewebeschäden an den Schleimhäuten.
⚠️ Eine Vergiftung durch Verschlucken äußert sich zunächst durch Brennen im Rachen, Übelkeit und heftiges Erbrechen. In der Folge treten blutige Durchfälle, schwere Nierenschäden und Kreislaufkollapse auf, wobei für ein Kind bereits der Verzehr von nur zwei bis drei Beeren lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann.
5. Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)

※ Das Risiko geht von den kirschähnlichen Früchten aus, die sich im Spätsommer von Grün nach glänzend Schwarz verfärben und für Kinder sehr appetitlich wirken. Da die Pflanze eine der am häufigsten genutzten Heckenpflanzen in Wohngebieten und auf Spielplätzen ist, befindet sie sich in unmittelbarer Reichweite spielender Kinder, die die Beeren oft für ihre „Spielküche“ sammeln oder sie aus Neugier essen.
✋ Das Anfassen der Blätter führt zwar selten zu Hautreizungen, doch beim Zerstampfen oder Zerkauen der Pflanzenteile werden Blausäureverbindungen freigesetzt. Besonders kritisch ist das Zerbeißen der Samen in den Beeren, da hierbei die höchste Konzentration an Giftstoffen gelöst wird und über die Mundschleimhaut direkt aufgenommen werden kann.
⚠️ Die Symptome beginnen mit Übelkeit, Bauchschmerzen und einem rötlichen Gesicht, begleitet von einem typischen Bittermandelgeruch im Atem. Da die Wirkstoffe die Zellatmung blockieren, kann es bei der Aufnahme größerer Mengen zu Schwindel, Herzrasen und Atemnot kommen, was eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich macht.
6. Maiglöckchen (Convallaria majalis)

※ Riskant sind vor allem die hohe Verwechslungsgefahr mit dem essbaren Bärlauch sowie die leuchtend roten Beeren, die im Spätsommer erscheinen. Da die Pflanze oft in großen Teppichen in Gärten oder Wäldern wächst, ist sie für Kinder leicht zugänglich; zudem wirken die zarten, weißen Glockenblüten und Beeren wie kleine Schätze, die zum Pflücken und Sammeln anregen.
✋ Der Kontakt erfolgt beim Pflücken der Blumen oder beim Sammeln der Früchte. Da alle Pflanzenteile herzaktive Glykoside enthalten, können diese bei intensivem Hautkontakt oder durch das Ablecken der Finger übertragen werden. Eine oft unterschätzte Gefahr ist zudem Blumenwasser in Vasen, in denen Maiglöckchen standen, da die Giftstoffe in das Wasser übergehen und von Kindern versehentlich getrunken werden können.
⚠️ Eine Vergiftung zeigt sich zunächst durch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Da die Inhaltsstoffe die Herztätigkeit beeinflussen, treten bei höherer Dosierung Sehstörungen, eine gefährliche Erhöhung des Blutdrucks sowie Herzrhythmusstörungen auf, die bei Kindern bereits nach dem Verzehr von sehr kleinen Mengen – ein bis fünf Beeren – eine sofortige notärztliche Behandlung notwendig machen.
7. Narzisse (Narcissus pseudonarcissus)

※ Die Narzisse lockt durch ihre leuchtend gelbe Farbe und trompetenartige Form, was sie zu einem faszinierenden Frühlingsboten für kleine Kinder macht. Da sie fast überall im öffentlichen Raum und in vielen Vasen zu finden ist, ist die Hemmschwelle zum Berühren gering. Zudem besteht bei gelagerten Zwiebeln eine gefährliche Ähnlichkeit zu gewöhnlichen Speisezwiebeln, was beim gemeinsamen Gärtnern oder in der Küche zu folgenschweren Verwechslungen führen kann.
✋ Der Kontakt mit austretendem Pflanzensaft, beispielsweise beim Pflücken oder Abschneiden der Stiele, kann eine Narzissen-Dermatitis auslösen. Sie äußert sich durch Rötungen und starken Juckreiz. Halten Kinder die Stiele lange in den Händen, kann die klebrige Flüssigkeit an die Schleimhäute von Mund und Augen gelangen. Das verursacht durch die enthaltenen Alkaloide und Kalziumoxalat-Kristalle schnell schmerzhafte lokale Reizungen.
⚠️ Eine Vergiftung macht sich rasch durch heftiges Erbrechen, Durchfall und starke Bauchschmerzen bemerkbar. Bei Aufnahme größerer Mengen drohen zudem Lähmungserscheinungen, Benommenheit und ein gefährlicher Blutdruckabfall.
8. Oleander (Nerium oleander)

※ Der Oleander übt durch seine prachtvollen, meist rosa oder weißen Blütenbüschel und seinen dichten Wuchs eine große Faszination aus. Da er eine der beliebtesten Kübelpflanzen für Terrassen und Balkone ist, befindet er sich oft in unmittelbarer Spielreichweite von Kindern. Sie können die festen, ledrigen Blätter als Bastelmaterial nutzen oder die Blüten für Rollenspiele pflücken.
✋ Alle Pflanzenteile enthalten einen milchigen Saft, der das hochgiftige Herzglykosid Oleandrin führt. Bereits das Abreißen eines Blattes oder Spielen mit Zweigen kann dazu führen, dass das Gift über die Haut oder durch anschließendes Reiben der Augen aufgenommen wird. Das Wasser im Untersetzer des Topfes kann toxische Mengen der Wirkstoffe enthalten.
⚠️ Vergiftungssymptome äußern sich durch Pupillenerweiterung, Übelkeit, kolikartige Bauchschmerzen und Erbrechen. Da das Gift massiv auf die Reizleitung des Herzens wirkt, folgen schon bei geringen Aufnahmemengen schwere Herzrhythmusstörungen und eine gefährliche Verlangsamung des Pulses, was ohne schnelle medizinische Hilfe zum Herzstillstand führen kann.
9. Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

※ Die besondere Anziehungskraft des Pfaffenhütchens geht von den pink-orangefarbenen Früchten aus, die im Herbst wie kleine Laternen an den Zweigen hängen. Sie wecken sofort die Neugier von Kindern, die die Früchte für „Schmuck“ oder sie aufgrund der leuchtenden Farbkombination für eine süße Nascherei halten und deshalb in Spiele einbeziehen.
✋ Beim Aufbrechen der Früchte oder Hantieren mit den Zweigen können die aggressiven Inhaltsstoffe an die Hände und von dort in Mund und Augen gelangen. Die größte Gefahr besteht jedoch darin, dass Kinder die attraktiven Samen zerkauen; dabei werden die enthaltenen Herzglykoside und Alkaloide direkt über die Schleimhäute aufgenommen.
⚠️ Eine Vergiftung zeigt sich oft erst mit einer zeitlichen Verzögerung von bis zu 15 Stunden durch schwere Magen-Darm-Beschwerden, anhaltendes Erbrechen und blutige Durchfälle. In der Folge können Fieber, Krampfanfälle sowie lebensbedrohliche Schädigungen der Leber und Nieren auftreten.
10. Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)

※ Die Gefahr geht vom ungewöhnlichen Erscheinungsbild und den becherförmigen Samenkapseln aus, die wie kleine Gefäße mit Deckel wirken. Da die Pflanze oft an Wegrändern oder auf Schuttplätzen wächst, entdecken Kinder sie leicht beim Spielen; die mohnähnlichen Samen laden durch ihre Form und lockere Anordnung in der Kapsel geradezu dazu ein, sie herauszuschütteln und als Zutat für Sandkuchen oder Rollenspiele zu verwenden.
✋ Beim intensiven Hantieren mit der klebrigen, unangenehm riechenden Pflanze gelangen die hochwirksamen Alkaloide wie Hyoscyamin und Scopolamin direkt an die Hände. Die größte Gefahr besteht darin, dass Kinder die Samen oder Pflanzenteile in den Mund stecken, da die Giftstoffe extrem schnell über die Mundschleimhaut resorbiert werden und das Nervensystem bereits bei kleinsten Mengen massiv beeinflussen.
⚠️ Eine Vergiftung macht sich durch einen extrem trockenen Mund, brennenden Durst und tiefrote Gesichtshaut bemerkbar, oft begleitet von einer starken Erweiterung der Pupillen und Lichtempfindlichkeit. Weiter lösen die Inhaltsstoffe starke Halluzinationen, Verwirrtheit und Bewegungsdrang aus („Tollwut-ähnliche Zustände“). Auch Herzrasen, Bewusstlosigkeit und im Extremfall eine tödliche Atemlähmung sind möglich.
11. Stechapfel (Datura stramonium)

※ Riskant sind die auffälligen, stacheligen Kapselfrüchte, die wie kleine Morgensterne geformt sind und Kinder zum Sammeln und Öffnen animieren. Die darin enthaltenen, zahlreichen schwarzen Samen können aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Mohn fälschlicherweise für essbar gehalten oder als Spielmaterial verwendet werden.
✋ Der Kontakt mit der Pflanze führt dazu, dass die enthaltenen Tropanalkaloide über die Haut oder beim neugierigen Untersuchen der klebrigen Blätter an die Hände gelangen. Die kritischste Situation entsteht jedoch, wenn Kinder die Samen in den Mund nehmen oder die süßlich duftenden, trompetenförmigen Blüten aussaugen, da die Giftstoffe so ungehindert und in hoher Konzentration in den Blutkreislauf gelangen.
⚠️ Eine Vergiftung äußert sich durch eine stark gerötete Haut, trockene Schleimhäute und extrem weit gestellte Pupillen, die das Sehvermögen einschränken. Da das Gift massiv auf das Gehirn einwirkt, treten bei Kindern häufig Halluzinationen, Desorientierung und starke Unruhe auf, gefolgt von lebensgefährlichem Herzrasen und Atemnot.
12. Stechpalme (Ilex aquifolium)

※ Eine große Gefahr geht von den leuchtend roten Beeren aus, die im Wintergarten als farbenfroher Blickfang dienen und auf Kinder wie appetitliche Waldbeeren wirken. Da die Zweige häufig für die Weihnachtsdekoration im Haus verwendet werden, gelangen die giftigen Früchte in die direkte Reichweite kleiner Kinder, die die Beeren beim Spielen leicht mit essbaren Früchten verwechseln und probieren.
✋ Aufgrund der dornig gezackten, ledrigen Blätter ist ein Kontakt mit der Pflanze schmerzhaft, was Kinder meist instinktiv zurückschrecken lässt. Problematisch wird es jedoch, wenn sie die Beeren pflücken und sich beim Zerkauen enthaltene Inhaltsstoffe wie Ilicin freisetzen; gelangen diese an die Mundschleimhaut oder werden sie verschluckt, führen sie unmittelbar zu Irritationen im Magen-Darm-Trakt.
⚠️ Erste Symptome sind Übelkeit, starkes Erbrechen und heftige Bauchschmerzen bis hin zu Durchfall. Bei der Aufnahme einer größeren Menge – bei Kindern gelten bereits etwa 20 Beeren als kritisch – können zudem Benommenheit, Herzrhythmusstörungen und schwere Kreislaufprobleme auftreten.
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Häufige Beeren und Pflanzen im Garten mit Giftwirkung
Die folgenden Pflanzen sind in vielen Gärten zu finden. Sie gelten als giftig, führen aber in der Regel erst bei Verzehr größerer Mengen oder falscher Nutzung zu Beschwerden. Vergiftungen verlaufen meist relativ mild, sind jedoch unangenehm und sollten ernst genommen werden – insbesondere bei Kindern und Haustieren.
Vorsicht bei diesen 10 Gartenpflanzen:
- Adlerfarn (Pteridium aquilinum): Enthält giftige Inhaltsstoffe, die bei regelmäßigem oder größerem Verzehr gesundheitsschädlich wirken können. Frische Pflanzenteile sind problematischer als getrocknete.
- Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara): Vor allem unreife Beeren enthalten giftige Alkaloide. Reife Früchte sind weniger gefährlich, aber dennoch nicht zum Verzehr geeignet.
- Buchsbaum (Buxus sempervirens): Alle Pflanzenteile sind giftig. Beim Verzehr können Magen-Darm-Beschwerden und Kreislaufprobleme auftreten. Auch für Tiere relevant.
- Efeu (Hedera helix): Enthält Saponine, die vor allem in Beeren und Blättern konzentriert sind. Hautkontakt kann bei empfindlichen Personen Reizungen verursachen.
- Goldlack (Erysimum cheiri): Enthält herzwirksame Glykoside. Beschwerden treten meist erst bei größerem Verzehr auf.
- Holunder (Sambucus nigra): Rohe Beeren, Blätter und Rinde enthalten giftige Stoffe. Durch Erhitzen werden diese weitgehend zerstört.
- Lebensbaum (Thuja occidentalis): Ätherische Öle können bei Verzehr zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Auch Haut- und Schleimhautreizungen möglich.
- Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum): Die roten Beeren sind giftig und führen bei Verzehr zu Übelkeit und Erbrechen.
- Sadebaum (Juniperus sabina): Enthält stark reizende ätherische Öle. Besonders Samen und Nadeln gelten als problematisch.
- Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias): Der Milchsaft wirkt stark haut- und schleimhautreizend. Kontakt kann zu Entzündungen führen.
Schon gewusst? Tomaten enthalten das Alkaloid Solanin, das in größeren Mengen giftig wirken kann. Besonders hoch ist der Solaningehalt in grünen, unreifen Früchten, in den Blättern sowie in den Stängeln der Pflanze. Die reife, rote Tomate ist unbedenklich, da der Solaningehalt während des Reifeprozesses stark abnimmt. Vorsichtshalber sollten grüne Stellen und der Strunk vor dem Verzehr entfernt werden. So lassen sich mögliche Beschwerden wie Magenprobleme, Durchfall oder Kopfschmerzen vermeiden.
Weniger verbreitete Giftpflanzen
Arten, deren Gefährdungspotenzial oft falsch eingeschätzt wird, sind neben exotischen Zierpflanzen vor allem Giftgewächse, die im Garten seltener vorkommen.
► Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist vor allem wegen seiner phototoxischen Wirkung problematisch. Sein Pflanzensaft kann in Verbindung mit Sonnenlicht schwere Hautreaktionen verursachen, die sich erst Stunden später zeigen. Besonders gefährdet sind ungeschützte Hautstellen. Die Pflanze kommt vor allem in naturnahen oder verwilderten Gartenbereichen sowie an Gewässerrändern vor.
► Die Australische Brennnessel (Urtica ferox) ist deutlich aggressiver als heimische Brennnesseln. Ihre Brennhaare enthalten starke Reizstoffe, die langanhaltende Schmerzen, Hautentzündungen und in Einzelfällen Kreislaufreaktionen auslösen können. Im Hausgarten ist sie selten, aber in botanisch orientierten Gärten oder Sammlungen gern gesehen.
► Der Gelbe Oleander (Thevetia peruviana) ist eine exotische Zierpflanze, deren Giftigkeit häufig unterschätzt wird. Alle Pflanzenteile enthalten herzwirksame Glykoside, ähnlich wie der bekannte Oleander. Besonders Samen und Pflanzensaft gelten als gefährlich. Die Pflanze wird meist als Kübelpflanze gehalten.
► Die Dieffenbachie (Dieffenbachia) ist vor allem als Zimmerpflanze bekannt, kann aber im Sommer auch im Außenbereich stehen. Ihr Pflanzensaft enthält Stoffe, die starke Reizungen der Schleimhäute verursachen. Bereits der Kontakt mit Mund oder Augen kann zu Schwellungen, Brennen und Sprachstörungen führen.
► Der Gelbe Fingerhut (Digitalis lutea) ist weniger bekannt als der Rote Fingerhut, besitzt jedoch ebenfalls herzwirksame Inhaltsstoffe. Die Giftwirkung ist etwas schwächer, aber dennoch relevant. Die Pflanze wird gelegentlich in naturnahen oder schattigen Gartenbereichen gepflanzt.
Erste Hilfe giftige Gartenpflanzen: Was tun bei Vergiftung?
Kommt es zum Kontakt mit giftigen Pflanzen, ist besonnenes Handeln entscheidend. Viele Vergiftungen verlaufen mild, andere erfordern schnelle medizinische Abklärung. Wichtig ist, die Situation realistisch einzuschätzen und nicht unüberlegt zu reagieren.

✅ Situation klären und Ruhe bewahren
Zunächst sollte geklärt werden, ob und in welcher Form ein Kontakt stattgefunden hat. Wurde ein Pflanzenteil verschluckt, lediglich berührt oder besteht nur ein Verdacht? Auch Menge, Zeitpunkt und betroffene Person spielen eine wichtige Rolle.
✅ Pflanze möglichst genau bestimmen
Wenn möglich, sollte die Pflanze identifiziert oder ein Teil davon gesichert werden. Das erleichtert eine fachliche Einschätzung erheblich. Fotos können ebenfalls hilfreich sein. Unbekannte Pflanzen sollten nicht weiter angefasst oder probiert werden.
✅ Keine Hausmittel anwenden
Von eigenständigen Maßnahmen wie dem Auslösen von Erbrechen, Verabreichen von Milch oder anderen Hausmitteln ist abzuraten. Solche Maßnahmen können die Situation verschlimmern oder zusätzliche Risiken verursachen.
✅ Giftnotruf kontaktieren
Bei Unsicherheit oder auftretenden Symptomen sollte frühzeitig eine Giftnotrufzentrale kontaktiert werden. Dort erhalten Sie eine fachlich fundierte Einschätzung und konkrete Handlungsempfehlungen. Die Beratung ist kostenlos und rund um die Uhr verfügbar.

✅ Bei Kindern immer vorsichtig sein
Bei Kindern gilt ein strengerer Maßstab. Schon geringe Mengen können problematisch sein. Im Zweifel sollte immer medizinischer Rat eingeholt werden, auch wenn zunächst keine oder nur leichte Symptome auftreten.
✅ Wann sofort ärztliche Hilfe notwendig ist
Unabhängig vom Alter sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn Symptome wie starke Schmerzen, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Atemprobleme oder Herzbeschwerden auftreten.
FAQ
Welche Gartenpflanze ist am giftigsten?
Welche heimischen Giftpflanzen können tödlich sein?
Welche Pflanzen im Garten sollte man nicht berühren?
Welche Gartenpflanzen sind für Kinder gefährlich?





